Mehr Vereine, mehr Starts, beste Bedingungen und starke Leistungen der Veilchenschwimmer – der 21. Auer Wismutpokal war für den FC Erzgebirge Aue ein Wettkampf der besonderen Dimensionen.
Der Auer Wismutpokal hat 2026 neue Dimensionen erreicht. Noch nie zuvor gingen beim traditionsreichen Schwimmwettkampf in der Schwimmhalle Aue so viele Vereine und Sportler an den Start. Rund 400 Schwimmer sorgten gemeinsam mit ihren Trainern, Eltern und mitgereisten Gästen für ein volles Haus und zwei intensive Wettkampftage.
Trotz der gewaltigen Teilnehmerzahl gelang es den Verantwortlichen des FC Erzgebirge Aue, optimale Bedingungen für die angereisten Vereine und die eigenen Sportler zu schaffen. Ein Wettkampf dieser Größe bedeutet für die Organisatoren eine enorme logistische Herausforderung – doch davon sollten die Sportler am Beckenrand möglichst wenig spüren. Elektronische Zeitmessung, eine bestens vorbereitete Wettkampfstätte, organisierte Verpflegung, Übernachtungsmöglichkeiten und zahlreiche Helfer sorgten dafür, dass der Sport im Mittelpunkt stehen konnte.
Und die Veilchenschwimmer zahlten diese Bedingungen mit starken Leistungen zurück. Mit 29 Gold-, 50 Silber- und 37 Bronzemedaillen sammelten die Auer Schwimmer insgesamt 116 Einzelmedaillen. Dazu kamen sechs Finalteilnahmen. Florentine Grunert, Zoe Müller, Lina Waldenburger, Linn Ullmann, Lani Riediger und Konstantin Ullmann schafften den Sprung in die Finals.
Florentine Grunert überzeugte dabei gleich dreifach. Über 50 Meter Freistil, 50 Meter Brust und 50 Meter Schmetterling sicherte sie sich jeweils die Silbermedaille. Lina Waldenburger legte über 50 Meter Rücken ebenfalls mit Silber nach. Linn Ullmann komplettierte die Auer Finalausbeute mit Bronze über 50 Meter Brust. Damit zeigten die Veilchenschwimmer nicht nur in der Breite, sondern auch in den stark besetzten Finals, dass mit ihnen zu rechnen ist.
Wie schnell die Auer unterwegs waren, zeigen auch fünf neue Vereinsrekorde. Lani Riediger setzte über 50 Meter Brust mit 35,77 Sekunden eine neue Bestmarke. Konstantin Ullmann verbesserte den Vereinsrekord über 100 Meter Schmetterling auf 1:04,50 Minuten. Auch Lina Waldenburger trug sich in die Rekordliste ein: Sie schwamm die 100 Meter Lagen in 1:08,93 Minuten. Lavinia Weidauer stellte über 25 Meter Schmetterling in 14,28 Sekunden ebenfalls einen neuen Vereinsrekord auf. Paul Wietz zog über 100 Meter Rücken in 1:07,13 Minuten mit seinem Vereinskameraden Konstantin Ullmann gleich und teilt sich nun mit ihm den Vereinsrekord.
Nicht nur im Einzel zeigten die Veilchenschwimmer, dass sie in Topform waren. Auch in den Staffelwettbewerben legten die Auer ordentlich nach. Gleich viermal durften sie sich über einen Staffelpokalsieg freuen.
Den Anfang machte die weibliche 4-x-50-Meter-Freistilstaffel mit Lina Waldenburger, Lani Riediger, Linn Ullmann und Lavinia Weidauer. Auch die männliche 4-x-50-Meter-Rückenstaffel setzte sich durch. Hier gingen Paul Wietz, Theo Lötzsch, Anton Weber und Konstantin Ullmann für Aue an den Start.
Einen weiteren Sieg gab es für die weibliche 4-x-50-Meter-Rückenstaffel mit Lina Waldenburger, Lea Nitsche, Lavinia Weidauer und Zoe Müller. Den vierten Staffelsieg sicherte sich die weibliche 4-x-50-Meter-Bruststaffel mit Lea Nitsche, Fenja Tenelsen, Linn Ullmann und Lani Riediger.
Hinzu kamen zwei Bronzepokale. Über 4 x 50 Meter Schmetterling schwammen Ian Heydel, Moritz Wohlgemuth, Ferdinand Grunert und Konstantin Ullmann auf Rang drei. Bronze gab es auch für die männliche 4-x-50-Meter-Bruststaffel mit Ferdinand Grunert, Moritz Wohlgemuth, Theo Lötzsch und Ian Heydel.
Für einen besonders emotionalen Abschluss sorgte schließlich die 8-x-50-Meter-Lagen-Mixed-Staffel. Zoe Müller, Ian Heydel, Kena Sandow, Lavinia Weidauer, Paul Wietz, Ferdinand Grunert, Konstantin Ullmann und Anton Weber holten den Staffelpokal nach Aue.
Eine Staffel, die beim Wismutpokal bereits seit längerer Zeit nicht mehr von den Veilchenschwimmern gewonnen werden konnte, sorgte damit für den krönenden Abschluss eines ohnehin erfolgreichen Wettkampfwochenendes.
In der Mannschaftswertung schwammen die Veilchen erneut auf Platz zwei. Bronze ging an den Potsdamer SV, während sich der SV 1919 Grimma mit einem Vorsprung von nur sechs Punkten den Gesamtsieg sicherte.
Mehr als ein Schwimmwettkampf
Doch die sportlichen Erfolge sind nur ein Teil der Geschichte des Auer Wismutpokals. Hinter einem solchen Schwimmwettkampf stehen nicht nur die Sportler, die auf den Startblock steigen. Damit rund 400 Schwimmer, Trainer, Eltern und Gäste ein solches Wochenende erleben können, braucht es vor allem eines: Menschen, die bereit sind, ihre Freizeit zu investieren und Verantwortung zu übernehmen.
Mehr als 80 Ehrenamtliche waren vor, während und nach dem Wettkampf im Einsatz. Vorstandsmitglieder, Trainer, Eltern und sogar die eigenen Sportler packten mit an. Sie bauten auf und ab, organisierten Übernachtungen, kümmerten sich um die Verpflegung, betreuten die Sportler, unterstützten als Kampfrichter und sorgten dafür, dass hinter den Kulissen alles reibungslos lief.
Zwei dieser Helfer stehen stellvertretend für die vielen Menschen, die den Wismutpokal überhaupt erst möglich machen.
Acht Stunden, bis aus einer Schwimmhalle eine Wettkampfarena wird
Mike Kraus, Kampfrichter des FC Erzgebirge Aue, ist unter anderem für den Auf- und Abbau des Wismutpokals verantwortlich. Sein Einsatz beginnt bereits Tage vor dem ersten Start.
„Eigentlich starten wir bereits am Donnerstag“, erklärt Kraus. Dann werden unter anderem Anschlagmatten und Werbematerialien herangeschafft. Am Freitag beginnt die heiße Phase. Zunächst wird die komplette Umrandung des Beckens, die aus Verkehrsbarken besteht, gereinigt. Während des Wettkampfes ist sie mit zahlreichen Sponsorenbannern versehen.
Anschließend wird weiteres Material in die Schwimmhalle gebracht, darunter rund 50 Schulbänke aus verschiedenen Schulen in Aue. Danach wird die Schwimmhalle nach einem exakt vorgegebenen Plan zunächst ausgeräumt und anschließend wieder zu einer wettkampfgerechten Schwimmarena aufgebaut.
„Alles hat seinen festen Platz, von den Sitzmöglichkeiten über die Wettkampftechnik bis hin zu den verschiedenen Bereichen für Sportler und Zuschauer“, sagt Kraus.
Fast acht Stunden dauert es, bis aus der normalen Schwimmhalle die Wettkampfarena geworden ist, die die Besucher am Wochenende erleben.
Doch trotz der vielen Arbeit ist der Wismutpokal für Kraus etwas Besonderes.
„Wir glauben, wenn man beim Wismutpokal mit offenen Augen durch die Schwimmhalle geht, sieht man es sofort. Die Verantwortlichen stecken seit Jahren unglaublich viel Liebe und Herzblut in diesen Wettkampf.“
Dieses Engagement übertrage sich auf Teilnehmer, Trainer und Eltern. Besonders schätzt Kraus dabei die Gemeinschaft, die über den eigentlichen Wettkampf hinausgeht. Viele Vereine und Trainer kehren jedes Jahr nach Aue zurück. Aus gemeinsamen Wettkämpfen sind Freundschaften entstanden.
„Einen Sportfreund aus Freital haben wir beispielsweise dieses Jahr im Sommerurlaub getroffen“, erzählt Kraus.
Genau diese Begegnungen seien es, die den Schwimmsport und auch den Wismutpokal besonders machen.
Übernachten, essen – und am nächsten Morgen wieder ins Becken
Eine weitere Aufgabe, die für die Besucher kaum sichtbar ist, übernimmt Elke Nitsche. Die Übungsleiterin des FC Erzgebirge Aue kümmert sich gemeinsam mit weiteren Helfern um die Übernachtungen der angereisten Vereine.
In diesem Jahr blieben fünf Vereine mit rund 70 Sportlern und Betreuern in Aue und übernachteten in der Ober- und Grundschule Zeller Berg. Für Nitsche ist dieses Angebot ein wichtiger Bestandteil des Wismutpokals.
„Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass die Organisation von Transport, Unterkunft und Verpflegung gerade für ehrenamtliche Trainer eine enorme Herausforderung ist“, erklärt sie.
Hotels seien für viele Vereine inzwischen sehr teuer. Deshalb möchte der FC Erzgebirge Aue seinen Gästen eine bezahlbare und unkomplizierte Alternative anbieten. Gemeinsam mit weiteren Eltern sowie dem Team vom Eiscafé Diana wird ein kleines Rundum-Paket organisiert. Am Abend wartet ein Nudelbuffet mit Obst und Getränken auf die Sportler, am nächsten Morgen gibt es ein Frühstücksbuffet. So können die Teilnehmer gestärkt in den zweiten Wettkampftag starten.
Auch für Nitsche gehört genau das zur Besonderheit des Wismutpokals: „Diese Kombination aus Wettkampf und einer solchen Übernachtungsmöglichkeit wird nicht von vielen Vereinen angeboten.“
Zum FC Erzgebirge Aue kam Nitsche ursprünglich durch ihre Kinder. „Ich habe die Arbeit der Verantwortlichen im Verein immer sehr geschätzt und mich irgendwann angeboten, dort zu helfen, wo ich gebraucht werde.“
Aus dem Helfen wurde mehr. Mittlerweile ist Nitsche selbst Übungsleiterin und unterstützt den Verein bei Wettkämpfen und Trainingslagern. „Man wächst einfach immer weiter in die Vereinsarbeit hinein.“
Besonders schätzt sie den familiären Umgang innerhalb der Abteilung. Für alle Alters- und Leistungsklassen gebe es Angebote. Gleichzeitig versuche der Verein, Wettkampffahrten, Trainingslager und andere Aktivitäten für Kinder und Jugendliche möglichst unabhängig vom finanziellen Hintergrund der Familien zu ermöglichen.
„Das funktioniert aber nur, weil viele Menschen gemeinsam anpacken: Sponsoren, Verantwortliche, Trainer, Eltern und natürlich die Sportler selbst.“
Und genau diese Gemeinschaft sei es, die für sie die Abteilung Schwimmen ausmache. „Wenn man dann Teil von so etwas Magischem sein darf, ist das einfach nur schön.“
Ein Wettkampf wie kein anderer
Der 21. Auer Wismutpokal hat damit eindrucksvoll gezeigt, was möglich ist, wenn viele Menschen gemeinsam an einem Ziel arbeiten. Auf der einen Seite standen rund 400 Sportler, die um Medaillen, Pokale und persönliche Bestzeiten kämpften. Auf der anderen Seite standen mehr als 80 Ehrenamtliche, die dafür sorgten, dass dieser Wettkampf überhaupt stattfinden konnte. Dazwischen liegen unzählige Stunden Vorbereitung, Organisation, Aufbau, Betreuung und Nachbereitung.
Ein großes Dankeschön gilt deshalb allen Helfern, Sponsoren, Trainern, Eltern und Sportlern sowie dem gesamten Team der Schwimmhalle Aue. Sie alle haben gemeinsam dafür gesorgt, dass der 21. Auer Wismutpokal zu einem Wettkampf wie keinem anderen wurde.
Unsere Medaillengewinner
Bartsch, Emma: Bronze über 50 m F
Berger, Kurt: Gold über 25 m B; Silber über 50 m S, 100 m S, 25 m F, 100 m B; Bronze über 50 m F
Colditz, Joleen: Silber über 50 m B
Decker, Hanna: Silber über 100 m R
Dolling, Lias Mael: Bronze über 25 m B
Fuchs, Valentin Alexander: Bronze über 25 m B, 100 m L
Grunert, Ferdinand: Silber über 100 m S, 50 m F, 50 m F, 50 m B; Bronze über 100 m B, 100 m L
Grunert, Florentine: Silber über 50 m F, 100 m B, 100 m S, 50 m B, 100 m F, 50 m S
Kraus, Finn: Silber über 25 m R, 100 m R
Lötzsch, Theo: Gold über 50 m F, 100 m R; Silber über 25 m F, 100 m F; Bronze über 50 m F, 25 m F
Morgenstern, Kalle: Gold über 50 m F, 25 m F, 100 m F; Silber über 50 m B; Bronze über 50 m R, 25 m B, 100 m B
Müller, Maja: Bronze über 25 m B
Müller, Zoe: Gold über 25 m R, 25 m F; Silber über 100 m R, 50 m R; Bronze über 50 m F
Neubert, Johann: Bronze über 100 m R
Nitsche, Janick: Silber über 50 m B; Bronze über 100 m L
Nitsche, Lea: Silber über 25 m R, 25 m F
Riediger, Lani: Gold über 100 m B, 50 m B, 25 m B; Silber über 50 m F
Roth, Frida: Silber über 100 m R, 50 m R; Bronze über 25 m R
Sandow, Kena: Silber über 25 m S, 100 m S, 50 m S; Bronze über 50 m R, 100 m F
Tenelsen, Fenja: Bronze über 100 m R, 25 m F
Tenelsen, Juna: Silber über 100 m L, 25 m S, 100 m R, 50 m R; Bronze über 50 m B, 50 m S, 25 m F
Ullmann, Konstantin: Bronze über 25 m S, 25 m F
Ullmann, Linn: Gold über 100 m B, 50 m B, 25 m B, 25 m F; Silber über 25 m R; Bronze über 50 m F
Ullmann, Wiebke: Gold über 100 m S; Silber über 100 m B, 50 m S; Bronze über 25 m S, 25 m B
Waldenburger, Lina: Gold über 100 m L, 100 m R, 50 m R; Silber über 100 m S, 50 m R
Weber, Anton: Gold über 50 m F, 25 m F, 100 m R; Bronze über 25 m B
Weidauer, Lavinia: Silber über 50 m F, 25 m S, 25 m R, 100 m S, 25 m F; Bronze über 100 m F
Wietz, Paul: Gold über 100 m R; Silber über 25 m R, 50 m R; Bronze über 100 m F




























