Montag, 18:00 Uhr, normalerweise herrscht jetzt Hochbetrieb in der Schwimmhalle Aue. Doch am 6. Juli ist es ungewöhnlich ruhig. Der Grund der Start der Sommerferien und damit auch Sommerpause bei der Schwimmabteilung. Diese Gelegenheit haben wir genutzt und mit Abteilungsleiter Marc Grunert sowie dem Sportlichen Leiter Philipp Epperlein auf eine ereignisreiche Saison zurückgeblickt. Im Gespräch ging es um sportliche Erfolge, die Entwicklung der Abteilung, Herausforderungen und die Ziele für die Zukunft.

Marc, was war für dich das bewegendste Erlebnis der vergangenen Saison?
Marc Grunert: Das kann ich gar nicht auf einen einzigen Moment reduzieren. Wir haben in dieser Saison unglaublich viele positive Dinge erlebt. Besonders freut mich, dass unsere Mitgliederzahl weiter gestiegen ist. Mittlerweile zählen wir rund 230 Mitglieder und erhalten fast täglich Anfragen für Probetrainings. Dabei sind es längst nicht mehr nur Kinder. Immer häufiger fragen auch Erwachsene nach, ob sie regelmäßig bei uns trainieren können. Das war für uns zunächst neu, aber wir haben reagiert und inzwischen eine Trainingsgruppe für sportlich ambitionierte Erwachsene aufgebaut. Ein weiterer Höhepunkt war das 10-jährige Jubiläum unserer Aquafitness-Gruppe, dass wir im November feiern konnten. Besonders schön ist, dass viele Gründungsmitglieder bis heute noch dabei sind. Außerdem macht mich stolz, wie viele gemeinsame Aktivitäten wir neben dem Schwimmtraining organisieren von Weihnachtsfeiern über Osterwanderungen bis hin zum Saisonabschluss. Genau das zeichnet unsere Abteilung aus! Neben leistungsorientiertem Sport bleibt genügend Raum für Gemeinschaft. Dadurch sind wir über die Jahre zu einer richtigen Familie zusammengewachsen.

Ihr bekommt viele Anfragen für Probetrainings. Gibt es überhaupt noch freie Plätze?
Marc Grunert: In einigen Gruppen sind wir tatsächlich bereits sehr gut ausgelastet. Trotzdem laden wir jeden Interessierten zu einem Probetraining ein. Dabei schauen wir uns den Leistungsstand genau an und beraten anschließend gemeinsam im Team, welche Trainingsgruppe am besten passt. Oft finden wir noch eine passende Lösung. Deshalb möchte ich alle Interessierten ermutigen, sich über unsere Homepage für ein Probetraining anzumelden.

Ihr seid auch außerhalb des Beckens sehr aktiv. Was gehört dazu?
Marc Grunert: Das stimmt. Als „Veilchenschwimmer“ waren wir beispielsweise beim Firmenlauf Erzgebirge oder beim Cross de Luxe mit Teams vertreten. Solche Veranstaltungen stärken unseren Zusammenhalt enorm. Mein besonderer Dank gilt dabei allen Organisatoren sowie unseren Partnern, die solche Erlebnisse überhaupt erst möglich machen.

Philipp, Marc hat bereits über das starke Vereinsleben gesprochen. Wie fällt dein sportliches Fazit der Saison aus?
Philipp Epperlein: Das absolute Ausrufezeichen war natürlich die Bronzemedaille von Lina Waldenburger über 200 Meter Lagen bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften. Lina ist erst vor einem Jahr aus unserer Nachwuchsleistungsgruppe an die Sportschule nach Chemnitz gewechselt und konnte bei ihrer ersten Deutschen Meisterschaft direkt eine Medaille gewinnen. Das ist eine außergewöhnliche Leistung. Ihre Entwicklung ist insgesamt beeindruckend und ich glaube, dass ihre Erfolge der gesamten Abteilung zusätzlichen Rückenwind gegeben haben und auch werden. Ebenso erfreulich waren die Medaillengewinne von Juna Tenelsen beim Schwimmfest unterm Tannenbaum sowie bei der Talentiade der Landesmeisterschaften der jüngsten Sportler in Sachsen. Ein großes Kompliment geht dabei an ihre Trainer Diana Müller, Heidi Ullmann und Moritz Wohlgemuth. Juna ist dort keineswegs die Einzige, die hervorragende Leistungen zeigt, die gesamte Trainingsgruppe hat sich enorm weiterentwickelt. Zwei Sportler aus dieser Gruppe haben sich für den Landeskader qualifiziert. Gemeinsam mit Lina stellen wir somit drei Landeskaderathleten. Auch unsere älteren Leistungssportler konnten sich kontinuierlich steigern. Vier Starts bei den Süddeutschen Meisterschaften wären in dieser Saison möglich gewesen und mit etwas Glück vielleicht sogar eine weitere Qualifikation für die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften. Besonders stolz sind wir außerdem auf mehr als 150 Medaillengewinne bei internationalen Schwimmveranstaltungen in Solingen, Hamburg, Potsdam und Esbjerg in Dänemark. Dazu muss man ja noch Medaillengewinne, welche bei Meisterschaften und Einladungswettkämpfen innerhalb von Sachsen erreicht wurden dazu zählen. Dass sind dann sicher an die 1000 Medaillen für die Veilchenschwimmer. Großartig sind dann noch die Mannschaftsiege wie zum Schneekristallpokal in Annaberg oder der zweite Platz zum Wismut Pokal. Dass wir uns kontinuierlich verbessern, zeigt sich auch daran, dass unsere Sportler immer mehr neue Vereinsrekorde aufstellen und vordere Plätze in den Bestenlisten belegen.

Worauf führst du diese positive Entwicklung zurück?
Philipp Epperlein: Ich denke, dass sich das Konzept, das wir vor rund zwölf Jahren entwickelt haben, inzwischen voll entfaltet. Wir konnten die Qualität des Trainings in den Nachwuchsgruppen deutlich steigern, zusätzliche Wasserzeiten schaffen und zahlreiche Trainingslager durchführen. Das verursacht natürlich erhebliche Kosten. Umso dankbarer sind wir unseren Sponsoren und Partnern, die diese Entwicklung überhaupt erst ermöglichen.

Marc, wie ist die Abteilung finanziell aufgestellt?
Marc Grunert: Erfreulicherweise können wir auch in diesem Jahr sagen, dass sich unsere Abteilung wirtschaftlich selbst trägt. Der Gesamtverein unterstützt uns vor allem organisatorisch und mit Manpower beispielsweise durch die Geschäftsstelle oder den Fuhrpark. Alle weiteren Kosten finanzieren wir über Mitgliedsbeiträge, Einnahmen bei Veranstaltungen, Sponsoring und Spenden. Natürlich hoffen wir, dass uns unsere Unterstützer auch künftig begleiten. Wer unsere Arbeit fördern möchte, kann sich jederzeit an unserem Vorstand für Sponsoring und Marketing, Steffen Weidauer oder Philipp Epperlein wenden.

Philipp, du hast kürzlich deine Trainingsstunden in den sozialen Medien veröffentlicht. Du schreibst von über 600 Trainingsstunden in Wochenstunden und Trainingslagern. Wie schafft man dieses Pensum?
Philipp Epperlein: Ehrlich gesagt war ich selbst überrascht, wie viele Stunden da zusammengekommen sind. Deshalb versuchen wir zunehmend, Aufgaben auf viele Schultern zu verteilen und das gelingt immer besser. Ohne die vielen engagierten Trainer, Helfer, Kampfrichter, Eltern und Ehrenamtlichen wäre die Entwicklung unserer Abteilung überhaupt nicht möglich gewesen. Ich hoffe sehr, dass wir diesen Weg auch in Zukunft gemeinsam weitergehen können.

Marc, Sommerpause bedeutet also trotzdem keine Ruhe?
Marc Grunert: Nicht wirklich. Jetzt beginnt die intensive Vorbereitung auf den Auer Wismut-Pokal, bei dem viele Termine mit Helfern und Partnern anstehen. Außerdem unterstützen wir bereits am kommenden Wochenende das Freibadfest anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Schwimmhalle Aue. Parallel organisiert Philipp das Sommertraining für unsere Leistungssportler. Gemeinsam mit unserem Steffen Weidauer, arbeitet er außerdem daran, neue Partner zu gewinnen, damit wir unsere Projekte auch künftig finanzieren können. Es wartet also jede Menge Arbeit auf uns. Aber wir machen das alle mit großer Leidenschaft, weil wir sehen, was wir gemeinsam erreicht haben. An dieser Stelle möchte ich allen Trainern, Helfern, Sponsoren, Partnern, Eltern und Unterstützern ein herzliches Dankeschön aussprechen. Ohne dieses Engagement wäre die Entwicklung unserer Schwimmabteilung nicht möglich.

Vielen Dank für das Gespräch und die spannenden Einblicke in die Schwimmabteilung!