Es ist Montagabend, 18:00 Uhr, in der Schwimmhalle Aue. Fröhliches Stimmengewirr erfüllt die Halle, während Kinder lachend aus den Duschen zu den Becken eilen. An den Bahnen warten bereits die Schwimmtrainer des FC Erzgebirge Aue, bereit, ihre jungen Sportler in Empfang zu nehmen. Mit viel Geduld, aufmunternden Worten und klaren Anweisungen begleiten sie die Kinder durch das Training – stets mit dem Ziel, nicht nur Technik, sondern auch Freude am Schwimmen zu vermitteln.
Mittendrin: Ulrike Mende. Seit vielen Jahren ist sie fester Bestandteil der Auer Schwimmfamilie und für viele Kinder weit mehr als nur eine Trainerin. Mit ihrer herzlichen Art, ihrer Erfahrung und ihrem unermüdlichen Engagement prägt sie Generationen junger Schwimmer. Wir haben mit Ulrike über ihre Anfänge im Schwimmsport, ihre schönsten Erinnerungen und ihre Leidenschaft für die Arbeit mit Kindern gesprochen.
Liebe Ulrike, wie bist du eigentlich zu den Auer Schwimmern gekommen?
„Oh, eigentlich ganz klassisch – über einen Schwimmkurs, den ich im ‚Stadionbad‘ neben dem Otto-Grotewohl-Stadion in Aue gemacht habe. Dort hat mir damals Erika Babe, die Schwimmmeisterin im Freibad, das Schwimmen beigebracht. Die Schule hat mich dann ins Training in die Schulschwimmhalle der einstigen Wilhelm-Pieck-Schule delegiert – das müsste so um 1967 gewesen sein.“
Wie hieß deine Trainerin bzw. dein Trainer und wo habt ihr trainiert?
„Das fing mit Frau Babe als Schwimmlehrerin an, später kamen weitere Trainer dazu, wie Margot und Rudi Lederer. Trainiert haben wir damals im Stadionbad, in der Schulschwimmhalle der Wilhelm-Pieck-Schule und später auch in der neu erbauten Volksschwimmhalle – der heutigen Schwimmhalle Aue.“
Was waren deine größten Erfolge?
„Die zahlreichen Teilnahmen an den Stadt- und Bezirksspartakiaden, bei denen es auch die ein oder andere Medaille gab. Es war immer wieder ein tolles Erlebnis, gemeinsam mit der BSG Wismut Aue mit dem Bus zu den Wettkämpfen zu fahren.“
Als Trainerin bist du sehr vielseitig – vom Anfängerschwimmkurs bis zur Fortgeschrittenengruppe hast du bereits viele Sportler betreut. Welche Altersgruppe hat dir am meisten Spaß gemacht?
„Eigentlich machen mir alle Gruppen Spaß. Das Schönste bei den jüngsten Kindern im Schwimmkurs war, mit ihnen darauf hinzuarbeiten, dass sie ihr Seepferdchen schaffen. Die Freude in den Augen der Kinder bei der Übergabe der Abzeichen zu sehen, war einfach unbezahlbar. Aber auch die fortgeschrittenen Schwimmer machen viel Freude, wenn sie ihre ersten Bahnen auf der großen Schwimmbahn schwimmen und ihre ersten Wettkämpfe bestreiten. Diese Entwicklung begleiten zu dürfen und gemeinsam Erfolge zu feiern, ist etwas ganz Besonderes.“
Was macht die Abteilung Schwimmen des FC Erzgebirge Aue so besonders, dass du ihr bis heute treu geblieben bist?
„Mir macht es einfach Spaß, mit Kindern zu arbeiten und zu sehen, wie sie sich entwickeln und welche Erfolge sie später erreichen. Dabei zu wissen, dass ich einen kleinen Anteil daran habe, ist ein schönes Gefühl. Außerdem ist die Abteilung wie eine Familie – sie hält zusammen, und gemeinsam konnten wir schon so viel erreichen. Das finde ich großartig.“
Du hast die Geschichte des Auer Schwimmsports lange mitgeprägt. Welche Erinnerungen sind dir besonders geblieben?
„Da gibt es viele. Besonders die Begegnungen mit den Schwimmfreunden aus Solingen. Sie waren nach der Wende oft im Winter bei uns, und wir konnten ihnen unser schönes Erzgebirge zeigen. Highlights waren die gemeinsamen Grillabende am Sportlerheim der BSG Wismut Aue.
Auch die Wettkämpfe in Karl-Marx-Stadt, dem heutigen Chemnitz, sind mir in Erinnerung geblieben. Damals sind wir als Kinder teilweise allein mit der Straßenbahn dorthin gefahren. Und natürlich auch der Austausch bei den Bezirksspartakiaden mit Sportlern aus anderen Disziplinen.“
Was wünschst du dir für die Zukunft der Abteilung und für dich persönlich?
„Ich wünsche mir, dass die Abteilung weiterhin so erfolgreich bleibt wie in den letzten Jahren. Besonders wichtig ist mir der Zusammenhalt zwischen Eltern, Trainern und Sportlern. Gemeinsam kann man viel bewegen – das hat die Vergangenheit gezeigt. Ich hoffe, dass dieser Zusammenhalt auch in Zukunft bei Wettkämpfen, Trainingslagern und Vereinsveranstaltungen wie Weihnachtsfeiern, Osterwanderungen oder Sommerfesten gepflegt und weiter ausgebaut wird.“
Liebe Ulrike, wir danken dir von Herzen!
Wir danken dir herzlich für dein jahrzehntelanges Engagement und dein unermüdliches Wirken für den Schwimmsport in Aue. Du bist nicht nur eine äußerst zuverlässige Übungsleiterin, die mit viel Herzblut und Leidenschaft Kindern das Schwimmen näherbringt, sondern auch weit darüber hinaus eine unverzichtbare Stütze unserer Abteilung.
Ob beim Auer Wismutpokal, bei dem du gemeinsam mit deinem Mann Christian oft schon von Freitag bis Montag im Einsatz bist, bei Arbeitseinsätzen – etwa im Auer Freibad – oder beim Schwimmerstand zum Tag der Sachsen: Auf dich ist immer Verlass. Auch bei unseren Vereinsveranstaltungen, sei es zur Weihnachtsfeier oder zur Osterwanderung, bringst du dich mit großem Engagement ein.
Wir hoffen sehr, dass du uns noch lange mit deiner Erfahrung, deinem Wissen und deiner Begeisterung für den Schwimmsport unterstützt und bereicherst.
Danke, Ulrike! 💜

